Hanf: Inhaltsstoffe CBD & Terpene

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Die vielfältigen Anwendungsmögllichkeiten des Hanf werde gerade erst erforscht. Gab es bis Anfang diesen Jahrtausends noch große Zurückhaltung aufgrund der teilweise komplizierten Gesetzeslage, hat in den letzten 15 Jahren ein regelrechter Boom bei der Erforschung von Cannabis und seinen Inhaltsstoffen eingesetzt.  

Inhaltsstoffe

Die bekanntesten Inhaltsstoffe von Hanf sind Terpenoide und Cannabinoide. Momentan sind über 60 verschiedene Cannabinoide bekannt, deren Anwendung zur Zeit intensiv erforscht wird. Terpenoide stellen wichtige Bausteine für Hormone, Vitamine, ätherische Öle und Geruchsstoffe dar. Cannabis vermag etwa 120 verschiedene Terpene herzustellen.  Beispiele für Terpene, die in Cannabis nachgewiesen wurden, sind Myrcen, Limonen, Caryophyllen, Borneol, Pinen, Menthol und Kampfer.

Eine aktuelle Studie zu Fibromyalgie finden Sie hier [1]
und [2]

Eine aktuelle Studie zu Cannabinoiden bei MS finden Sie hier [1]
und [2]

 

Cannabinoide

CBD

Cannabidiol 1

Einer der bekanntesten Vertreter der Cannabinoiden ist: Cannabidiol (CBD) mit antikonvulsiven, neuroprotektiven und antioxidativen Eigenschaften. Es wirkt angstlösend, schmerzhemmend, antiepileptisch, antibiotisch und kann den Augeninnendruck senken.

CBD wirkt entkrampfend. Dieser Effekt wurde für das Cannabismedikament Sativex, welches CBD und THC enthält, für die Indikation Spastiken bei MS nachgewiesen und genutzt. CBD könnte auch bei anderen Dystonien (Bewegungsstörungen) helfen, wie sie als Symptom bei der Parkinson-Krankheit auftreten. Konkret eingesetzt wird es insbesondere bei Epilepsiet. Neben den eigentlichen Epilepsieerkrankungen kann es auch bei epileptischen Anfällen als Symptom anderer Krankheiten wie dem Angelman-Syndrom helfen.

Die antipsychotische Wirkung wird in Medikamentenstudien mit Schizophrenie-Patienten derzeit erforscht. Die entzündungshemmende Wirkung von CBD kann u.a. bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Arthritis, Asthma, Fibromyalgie sowie weiteren Autoimmunkrankheiten helfen. CBD wirkt angstlösend und hilft bei Übelkeit und es besitzt neuroprotektive und antibakterielle Eigenschaften.

 

Cannabidiolic acid

CBDA


CBDA eine Säureform des CBD. Es scheint gegen Übelkeit (antiemetische Wirkung) zu nützen. Laut Forschung spielt dieses Cannabionid auch in der Behandlung gegen Brustkrebs eine wichtige Rolle. Die Forschungen sind jedoch noch relativ am Anfang. Es wandelt sich in der Hitze unter CO2-Abspaltung in CBD um.

 

 

CBG

CBG

Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives  (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das in verschiedenen Hanf-Arten vorkommt. Es bindet mit millimolarer Affinität an den Cannabinoidrezeptor CB1. Es hat eine starke antibakterielle Wirkung. Die Forschung ist sehr interessiert, mehr Erkenntnisse über CBG zu erlangen. Wie es aussieht, ist es in der Krebsforschung sehr vielversprechend für die Zukunft.

 

 

THCVTHCV


Wirkt wie CBD der psychoaktiven Wirkung von THC entgegen, bzw. mildert diese ab. THCV gilt als Appetitzügler und kann gegen metabolische Störungen helfen. Forschungen laufen auf Hochtouren.

 

 

 

 

Terpene

Myrcen

Myrcen Myrcen hat einen sehr aromatischen Geruch sowie einen intensiven Geschmack, weswegen es häufig bei der Herstellung von Parfümen und Kosmetikprodukten verwendet wird. Myrcen kommt in vielen Kräutern und Nutzpflanzen vor. So ist der Stoff u.a. im Kümmel, im Salbei, in der Pfefferminze, Olivenkraut oder im Hopfen in höheren Konzentrationen anzufinden. Der Myrcengehalt im Hopfen entscheidet u.a. das Aroma von Bier.

Ebenfalls für den medizinischen Bereich kann Myrcen eine Rolle spielen. Der Inhaltsstoff weist spasmolytische (muskelentkrampfende), entzündungshemmende, antimikrobielle (u.a. gegen Staphylokokken) und antioxidative Eigenschaften auf. In Studien konnte eine Wirkung von Myrcen bei der Behandlung von Bilharziose (Schistosomiasis) - eine Krankheit, die durch so genannte Trematoden ausgelöst wird - nachgewiesen werden.

 

 

 

Limonen

138px R Limonen.svg Limonen hat eine pilztötende, antibakterielle und vor Krebs schützende Wirkung; (es hemmt das RAS-Gen, welches das Tumorwachstum fördert). Pflanzen machen sich Limonen zu Nutze bei der Abwehr von Raubtieren oder Schädlingen. Beim Menschen kann Limonen die Denkfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration verbessern.

 

 

 

 

 

 

Caryophyllen

233px Beta Caryophyllen.svg Caryophyllen: Ein Terpen, das in zahlreichen ätherischen Ölen vorkommt, besonders z.B. in Nelkenöl. Vom Caryophyllen hat der schwarzer Pfeffer seinen scharfen Geschmack.  Eine Studie des schweizerischen Bundesinstituts für Technologie konnte nachweisen, dass sich das Terpen an die CB2-Cannabinoidrezeptoren binden kann und somit stark für die entzündungshemmende Wirkung des Cannabis mitverantwortlich ist.

 

 

 

 

Borneol

263px 1S2R4S endo Borneol V.4.svg Als Bestandteil von ätherischen Ölen ist Borneol mitverantwortlich für Geruch und Geschmack diverser Gewürze. Für medizinische Anwendungen scheint Borneol hochinteressant. So kann es die Bioverfügbarkeit bzw. Aufnahmefähigkeit von Medikamenten sowohl nasal, oral als auch gastrointestinal verbessern. Auch wurde nachgewiesen, dass sich die Blut-Hirn-Schranke schneller durch den Stoff überwinden lässt, was u.a. auch zu einer schnelleren Aufnahme von Medikamenten im Gehirngewebe führt. Borneol kann die Funktion bzw. Aktivität von Acetylcholin, einem wichtigen Nervenbotenstoff, hemmen. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Borneol auch als Schmerzmittel oder Anästhetikum eingesetzt.

 

 

 

α-Pinen

143px a Pinen.svg α-Pinen gibt den Kiefern und dem Baumharz seinen einzigartigen Duft. Es ist auch in Rosmarin, Eukalyptus und Salbei enthalten. Außerdem wird Pinen als Hustenmittel und als Antiseptikum genutzt. Ganz erstaunlich ist die Tatsache, dass es nach Untersuchungen wohl eine chemische Verbindung zerstört, welche widerum die Koppelung von Neuronen hemmt. Dadurch wird die Funktion des Gedächtnisses verbessert. Es besitzt schleimlösenden Eigenschaften. α-Pinen wirkt möglicherweise antientzündlich und zumindest in vitro antimikrobiell. In niedrigen Dosen wirkt α-Pinen bronchospasmolytisch.

 
 
Quellen:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Cannabidiol
http://www.hanfnet.de/die-wirkung-der-cannabinoide.html
https://hanfverband.de/node/3430
https://www.gwpharm.com/epilepsy-patients-caregivers/patients

Zubereitungs-Empfehlung:

1 gehäufter Teelöffel = ca 2- 2,5 g pro 250 ml mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und 8 bis 10 Minuten ziehen lassen.
Da ein Teil des natürlichen CBD als CBD-Säure vorliegt, die sich bei Hitze in CBD umwandelt, ist eine längere Hitzeeinwirkung vorteilhaft.

Tipp!

Den Hanftee mit Milch zubereiten, da die Inhaltsstoffe des Hanf am besten in Fett löslich sind! Das funktioniert das auch mit veganen Produkten wie z.B.: Mandelmilch. Wichtig ist ein gewisser Anteil von natürlichem Fett & Emulgator. Idealerweise kann der Tee auch 10 - 20 min. mit Milch geköchelt werden. Verfeinern lässt sich Hanftee hervorragend mit etwas Honig.